Donnerstag, 19. Juni 2014

DIE MOHAWKS - AUF DEM KRIEGSPFAD GEGEN REYNOLDS & CO

Vor genau 25 Jahren wurde dieser Text gesendet, aber die Reise machte ich 1988 im Sommer.  Ich besuchte meine Schwester in Toronto, danach reiste ich mit einem Greyhound-Bus nach Cornwall, um die Mohawks zu besuchen und anschließend fuhr ich quer durch Vermont - ebenfalls per Bus - nach New York, um meine Tochter zu besuchen, die wie alle kids unbedingt nach dem Abitur in die USA wollte. 
Ihr werdet merken, dass es damals, trotz aller Unterdrückung und Missachtung von Mensch und Natur doch noch so etwas wie Optimismus und Zuversicht in die Zukunft gab.  Und das sogar unter diesen wunderbaren Menschen, den Mohawks, die ich auf Einladung besuchte, um diese Sendung als Unterstützung in ihrem Kampf gegen die Obrigkeit und die verbrecherischen Industrie-Giganten zu schreiben. Aber schon damals pfiff sowohl die Regierung Kanadas wie der USA und Reynolds auf Recht und Gesetz. Reynolds verlor den Prozess gegen die Mohawks und wurde zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Aber Reynolds dachte nicht im Traum daran zu bezahlen und die US-Exekutive nicht, sie dazu zu zwingen. Und genau diese Politik ist  heute in allen Bereichen durchgesetzt wurden.
Gleichwohl wird die Fackel der Hoffnung immer wieder aufgehoben und weitergereicht - von Generation zu Generation.

Radio Bremen
gesendet am 22.Januar 1989

DIE MOHAWKS - AUF DEM KRIEGSPFAD GEGEN REYNOLDS & CO

Einar Schlereth


In Cornwall an der kanadischen Grenze, kurz vor Montréal, stieg ich aus dem Taxi, überquerte zu Fuß auf der hochgespannten Brücke den mächtigen Lorenzstrom und gelangte NICHT in die USA, sondern in das Gebiet der Mohawk-Nation, wie mich ein riesiges Schild belehrte. Zu schön, um wahr zu sein. An der einsam gelegenen Grenzstation nahmen nicht indianische, sondern amerikanische Beamte meine Papiere in Empfang.